Metabolisches Syndrom

Das metabolische Syndrom beschreibt Apotheker Nikolai Wenkoff im team santé pharmcast als "tödliches Quartett", bestehend aus den vier großen Risikofaktoren für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle:
1) ÜBERGEWICHT2) HOHE BLUTFETTWERTE
3) DIABETES4) HOHER BLUTDRUCK
Die halbe Bevölkerung ist fettkrank
Viele ältere Menschen bewegen sich weniger und essen mehr. Überschüssige Kalorien werden dabei als Bauchfett für "magere Zeiten" gespeichert, die aber nie kommen. Jeder Österreicher verzehrt durchschnittlich 130 Gramm reines Fett pro Tag, während der Konsum gesunder Nahrungsmittel - wie Getreide, Kartoffeln, Reis und Fisch - kontinuierlich abnimmt. Etwa 50 Prozent der Österreicher tragen einen als krankhaft einzustufenden Fettbauch mit  sich herum.

Verheerende Folgen für den Stoffwechsel
Während schlanke Menschen nur direkt nach dem Essen ein Überangebot an Nährstoffen im Blut haben, befinden sich Übergewichtige 24 Stunden am Tag in diesem Zustand. Die ständige Fettflut aus dem Bauchspeicher führt dazu, dass ihr Stoffwechsel niemals "mit dem Essen aufhört".

Gefahr steigt exponenziell
Das Schlimme: Die Gefahr durch die einzelnen Risikofaktoren multipliziert oder potenziert einander. Umfangreiche Studien haben für jeden Risikofaktor eindeutig bewiesen, dass er unabhängig von den anderen das Risiko erhöht, eine Herzkrankheit zu bekommen. Noch etwa 200 weitere Faktoren sind bekannt, die ebenfalls die Herz-Gefahr erhöhen, z.B. Rauchen.
Ab wann wird es kritisch?
Lassen Sie Ihre persönlichen Werte im Labor oder in den team santé Apotheken ermitteln und nehmen Sie die Sache ernst: Das Metabolische Syndrom wird nicht umsonst der "Killer des Jahrhunderts" genannt. Sofortige Maßnahmen sind anzuraten, wenn mindestens drei der folgenden Grenzwerte über- bzw. unterschritten sind:
Bauchumfang Männerüber 100 cm
Bauchumfang Frauenüber 90 cm
Triglyzerideüber 150 mg/dl
HDL-Cholesterin Männerunter 40 mg/dl
Frauenunter 50 mg/dl
Blutdrucküber 130/85 mmHg
Nüchternblutzuckerüber 110 mg/dl
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© Covermotiv: Jürgen Acker / pixelio.de


MASSBAND
STATT WAAGE

Der Bauchumfang an seiner dicksten Stelle bewährt sich als Richtgröße für Übergewicht. Er zeigt an, wann Fett zur Gefahr wird und ist Methoden wie dem Body-Mass-Index überlegen.

RISIKO REDUZIEREN

Sämtliche Risikofaktoren müssen zugleich behandelt werden. Der "metabolische Teufelskreis" kann nur unterbrochen werden durch ernsthafte, langfristige Änderung des persönlichen Lebensstils, die Reduktion des Fettkonsums und mehr Bewegung.

INVESTITION
IN DIE ZUKUNFT

Zwischen 10 und 18 Prozent der Österreicher, schätzen Experten, bräuchten eine Behandlung mit cholesterinsenkenden Statinen. Tatsächlich erhalten aber nur zwei Prozent diese Therapie.

Der Grund: Die Krankenkassen übernehmen nicht die Kosten der Vorsorgebehandlung. Erst, wenn eine koronare Herzerkrankung eintritt oder gar schon der Infarkt stattgefunden hat, wird das Geld erstattet. Zu spät!

Erhöhte Blutfettwerte schädigen die Gefäße dauerhaft. Es stellt sich die Frage der Eigenvorsorge: Eine Packung Statine kostet so viel wie eine Stange Zigaretten. Vielen Österreichern könnte die Umwidmung dieser Ausgabe das Leben retten.