Inkontinenz

"Blasenschwäche ist ein weit verbreitetes Leiden", erklärt Mag. pharm. Gerlinde Pohorely in diesem team santé pharmcast. "In Österreich sind rund 850.000 Frauen und cirka 150.000 Männer betroffen." Zirka jede 4. Frau und jeder 10. Mann leidet im Lauf des Lebens an unfreiwilligem Harnverlust, mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit. Leider spricht kaum jemand offen über dieses Problem.
Es gibt verschiedene Formen der Inkontinenz:

Belastungsinkontinenz
Lachen, Husten, Niesen oder das Heben von Lasten bewirken den unkontrollierten Harnabgang. Ursachen: Östrogenmangel oder Schwächung von Blasenschließmuskel und Beckenboden, meist nach Geburten und Operationen.

Dranginkontinenz
Plötzlicher, nicht beherrschbarer Harnabgang. Ursachen: Blasenentzündungen, Östrogenmangel, Blasensenkung bei Frauen, vergrößerte Prostata bei Männern und altersbedingte Veränderungen der Harnblase.

Überlaufinkontinenz
Die Blase ist übervoll, kann nicht entleert werden und es kommt immer wieder zu nicht kontrollierbaren Harnabgang in kleinen Dosen. Speziell betagte Menschen leiden unter dieser Form.
Inkontinenz erfordert eine Untersuchung durch einen Facharzt für Urologie oder Gynäkologie. Nicht-operative Behandlungsmethoden umfassen kontrolliertes Trinken, Gewichtsabnahme, Beckenbodentraining (siehe Kasten rechts) und das Medikament Duloxetin (aktiviert jenen Nerv, der den äußeren Schließmuskel versorgt).

Reichen diese Therapien nicht aus, muss man eine Operation andenken. Dabei wird ein spannungsfreies Band von der Scheide aus um die Harnröhre gelegt. 80% der so Behandelten erreichen ein zufriedenstellendes Ergebnis.
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TRAINING FÜR DEN
BECKENBODEN

Beckenbodentraining ist die beste Methode, um einer Inkontinenz im Alter vorzubeugen.

Dabei werden Harnröhrenöffnung, After und Scheide nach innen "in den Körper" hochgezogen - ganz so, als wollten Sie Stuhl oder Urin zurückhalten. Bauchmuskeln und Po sollten dabei locker bleiben.

Wichtig: Nicht pressen - und die Anspannung der Muskulatur nur etwa 5 Sekunden halten. Danach folgen 10 Sekunden Entspannung. Diese Abfolge sollte bis zu 15 mal wiederholt werden und das drei bis vier mal täglich.

Diese Übung können Sie überall machen, zu Hause, im Büro, beim Bügeln, an der Bushaltestelle...

Für eine nachhaltige Wirkung ist jedoch die Anleitung durch einen Physiotherapeuten sinnvoll, um dann selbständig und regelmäßig weiter zu trainieren.