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                                Ein Krimi von Eva Holzmair
  Hauptsache gesund Teil 1
 Liebe Leserinnen und
liebe Leser!
Wir freuen uns, Ihnen mit der aktuellen Ausgabe Teil 1 unserer neuen Krimi-Serie „Hauptsache gesund“ der Autorin Eva Holzmair vor- stellen zu dürfen. Eva Holz- mair ist Übersetzerin und Konferenzdolmetscherin und schreibt Krimis, Erzählungen und Theaterstücke, bei denen sie auf den reichen Fundus an Menschen, Themen und Sprachebenen zurückgreift, der ihren Beruf so bereichert. In unserer vierteiligen Serie
Autorin Eva Holzmair
ermitteln Putzfrau Tunka und Inspektor Lucinsky zu einem Mordfall in den team santé apotheken. Ihr erster gemein- samer Fall ist als Hörkrimi im Internet unter hoermord- kartell.de erhältlich.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Ihr Mag. pharm. Thomas Kunauer, Geschäftsführer von team santé
Inspektor Lukas Lucinsky sitzt vorm Com- puter. Seine Lider schmerzen. Schlafen ist alles, was er denken kann. Und natürlich Lilli! Lilli ...
- I zeigen, wos hilft. Derf i?
Nicht schon wieder Tunka mit ihrem Ge- sundheitsfimmel! Nur um sie rasch loszuwer- den, brummt Lucinsky: Von mir aus. Da fasst sie schon nach seinen Ohrläppchen und zieht kräftig daran. Autsch! Hör sofort auf mit dem Blödsinn, faucht er die Putzfrau an.
- Nix Bledsinn. Gutsinn.
- Das Wort Gutsinn gibt’s net.
- Ka Logik, net in Sprach, net in Oarbeit. Dabei deutet sie auf die Notizzettel, Kugel- schreiber, leergetrunkenen Pappbecher und fleckigen Papierservietten rund um die mit Bröseln übersäte Tastatur. Lucinsky massiert seine malträtierten Ohren.
- Ist das eine deiner bosnischen Radikalkuren? - Nix Bosnien. Emina. Paulus.
- Kenn i net.
- Und du wollen werden große Polizist.
- Tunka!!!
Gerade heute möchte Lucinksy nicht daran erinnert werden, wie jung er ist. Und uner- fahren. Die Putzfrau lenkt ein:
- Emina is Kind von Dragan seine Schwester.
Paulus is, wo ihr Oarbeit.
- Dort werden Ohren langgezogen?
Tunka verdreht die Augen, lässt sich dann aber doch zu einer Erklärung herbei. So erfährt Lu- cinsky, dass Paulus eine Apotheke sei – glei do unten, net in Simmering, oba fast – und ohne Emina, dieser Leuchte der Arzneimit- telkunde, vor die Hunde gehen würde. Von Emina stamme auch der Rat, bei Müdigkeit mindestens fünf Mal an den Ohrläppchen zu ziehen und diese zu massieren. Lucinsky nickt ergeben und rubbelt weiter.
- I no machen Tee. Speziale Rezept von meine Mama.
- Neiiin.
Aber da ist Tunka samt Mopp und Kübel be- reits aus dem Zimmer. Entnervt blickt ihr der junge Inspektor nach. Von Leibnitz nach Wien ist er gezogen, um seiner gluckenhaften Mut- ter zu entkommen, und schwuppdiwupp um- sorgt ihn die nächste. Wenn er wenigstens von einer heißen Nacht erschöpft wäre! Aber nein, er ist es vom Zuhören. Gestern baggerte er die süßeste Frau seines Lebens an, und die wollte nichts anderes als reden. Noch dazu über ih- ren Ex! Statt diese Lilli ihren Kummer alleine ertränken zu lassen, saß er wie angeklebt auf dem Barhocker, nur um weiter in ihre Augen zu schauen. Tiefgrün wie die Mur nach der Schneeschmelze. Überflutung inklusive. Schluss mit dem Ohrläppchenkneten und an- derem Schwachsinn! Er muss noch die gefühlt zwanzigste Anzeigebestätigung schreiben. Lu- cinsky lädt das Formular hoch. Irgendein Idiot ritzt seit Tagen derbe Zeichnungen in die Mo- torhauben geparkter Autos. Komisch, er fühlt sich nun tatsächlich munterer. Seine Oh- ren kribbeln. Und erst die Finger. Jetzt Lilli.
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Ausgabe: 34, Herbst 2019
   Tunka!!! Tunka...





































































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